Ob beim Micro-Camping, Festival oder auf dem Wochenendtrip im Van – ein solider Gaskocher ist Pflicht. Der Campingaz 400 SG Xcelerate will genau hier punkten: mit zwei Flammen, cleverem Windschutz, Grillplatten und Piezozündung. Aber wie schlägt sich das Gerät in der Praxis? Und ist der Preis gerechtfertigt? Ich habe den Kocher intensiv getestet – inklusive echter Alltagserfahrung, ehrlicher Kritik und Alternativen.
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Für meine Campingausrüstung nutze ich inzwischen auch eine kompakte Powerstation. Wie sich die C300 DC unterwegs schlägt, zeige ich in meinem Anker SOLIX C300 DC Test
Bevor wir zum Praxistest kommen, hier die wichtigsten Eckdaten:
“Mit WindBlock™ lenkt der Topfträger einfallenden Wind nach außen ab. So bleibt die Flamme geschützt.”
– Quelle: Campingaz Produktseite
ie Xcelerate-Technologie verspricht effiziente Hitze – auch bei Wind. Dazu kommen sogenannte Treppenstufen-Brenner und Windschutzringe. Die WindBlock-Funktion leitet seitlich einfallenden Wind clever ab, sodass die Flamme stabil bleibt.
Das klingt erstmal gut, vor allem für Camper, die nicht immer im Windschatten stehen können. Aber: Marketing bleibt Marketing. Wie sich das in der Praxis schlägt, klären wir gleich.
Ich habe den Kocher auf mehreren Touren in Spanien, Italien und Schottland getestet: einmal bei leichtem Wind in den Pyrenäen, dann auf einem städtischen Festival, später noch auf einem kleinen Stellplatz an der Ostsee. Die Testbedingungen waren also recht realistisch.
Auspacken, Gasschlauch anschrauben, Piezozündung betätigen – der Aufbau geht schnell. Dank der breiten Standfläche und rutschfesten Füßen steht der Kocher stabil. Die Piezozündung funktionierte bei mir sofort.
Allerdings: Der mitgelieferte Gasschlauch war bei Lieferung bereits undicht. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch gefährlich werden. Ich habe ihn ersetzt (passender Ersatz auf Amazon – ca. 17 €), außerdem ist die Piezozündung mager, in der Regel benutze ich nach 5 Fehlversuchen doch ein Feuerzeug.
Die zwei Flammen machen Sinn – man kann tatsächlich parallel Wasser für Nudeln kochen und z. B. eine Sauce wärmen. Die Auflagefläche ist groß genug für zwei mittelgroße Töpfe. Leider gibt es ein Problem:
Die Flammenregulierung ist grob. Entweder “volle Pulle” oder “halbgar”. Ein echtes Simmern oder sanftes Köcheln ist kaum möglich.
Das macht das Gerät für anspruchsvolle Küche eher unbrauchbar. Für einfache Gerichte (Suppen, Wasser, Pfannengerichte) funktioniert es gut.
Die Idee ist gut: Zwei Grillplatten, die sich schnell auflegen lassen, um etwa Fleisch oder Gemüse zu grillen. Die Realität:
Fazit:
Zum Grillen leider nicht geeignet. Hier hat sich Campingaz aus meiner Sicht verzettelt.
“Die Hitze lässt sich nicht fein regulieren. Entweder sprudelt es oder nichts passiert.”
– Userkommentar bei outdoortest.info
Als reiner Kocher okay, aber zum Grillen absolut nicht zu empfehlen. Wenn man den Marketing-Kram ausblendet, bleibt ein mittelguter 2-Flamm-Kocher mit Schwächen bei der Bedienung.
Wenn dir der 400 SG nicht zusagt, hier drei Alternativen, die je nach Anwendungsfall besser passen:
Der 400 SG ist ein Kocher für alle, die:
Nicht geeignet für:
Wenn du dich auch für meine übrige Campingausrüstung interessierst, findest du auf TechTaste weitere Tests aus der Praxis. Das Robens Paso Flex 5 habe ich auf mehreren Touren eingesetzt. Inzwischen gibt es dort auch ein Langzeit-Update zu einem Defekt am Oberzelt und meinen Erfahrungen mit der Ersatzteilversorgung.
Für Getränke und Lebensmittel gehört für mich außerdem eine Kompressor-Kühlbox zur Campingausrüstung. Im Alpicool C9PT 9L Test zeige ich, wie sich die kompakte Kühlbox im Alltag und unterwegs geschlagen hat.
Campingaz 400 SG sieht auf dem Papier nach dem perfekten 2-Flammen-Campingkocher aus. Windschutz, Piezozündung und Grillplatten klingen gut – die Praxis zeigt aber: Vor allem als Grill ist das Gerät enttäuschend. Die Hitzeverteilung ist ungleichmäßig, die Flammen kaum regulierbar. Als reiner Kocher für Nudeln, Wasser & Co. okay – zum Grillen oder für feines Köcheln eher ungeeignet. Wer keine hohen Ansprüche hat, bekommt ein solides Gerät – mehr aber auch nicht.
Ich bin Michael Ende, unabhängiger Produkttester und Betreiber von TechTaste.de. Meine Erfahrungen stammen aus echter Praxis – beim Arbeiten, Campen, Schrauben, Reisen und im Alltag. Ich teste Produkte nicht im Labor unter Idealbedingungen, sondern dort, wo sie wirklich funktionieren müssen. Ich bin Mitglied im BDFJ – Bundesverband Digitalpublisher und Journalisten e.V. und verpflichte mich damit zu transparenten, ehrlichen und nachvollziehbaren Teststandards ohne Herstellerbeeinflussung. Die meisten Produkte werden von mir selbst gekauft, nicht gesponsert. Affiliate-Links ändern nichts am Ergebnis – gut bleibt gut, schlecht bleibt schlecht. Mit präzisen Messungen, technischer Expertise und vielen Jahren Handwerkserfahrung entstehen so Testberichte, die echten Mehrwert liefern – nicht Marketing. View all posts by Michael

Comments (2)
Herzlichen Dank für diesen Test! Ich fand das Gerät auf Grund der Marketing-Beschreibung für mich ideal – ich suche einen handlichen Camping _Grill_. Dein Test zeigt klar auf, dass es sich nicht um eine Marketing-Beschreibung, sondern wohl eher um Tagträume handel …
Schade, das Teil hätte mir gut gepasst. Einmal mehr zeigt es sich, dass Produkte von Campingaz einfach nicht das bringen, was sie versprechen.
Danke, habe ich gerne gemacht. 😊 Das war tatsächlich einer meiner ersten Testberichte.
An sich ist der Kocher gar nicht schlecht, aber die fehlende Regulierbarkeit der Flamme ist für mich ein echter Schwachpunkt. Gerade wenn man nur etwas köcheln möchte, zum Beispiel Soßen, Reis oder andere empfindliche Gerichte, wird das schnell nervig. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was sich Campingaz dabei gedacht hat. Ein stufenlos regelbarer Brenner hätte die Herstellung vermutlich kaum teurer gemacht.
Deshalb bereue ich den Kauf so ein bisschen. Als Grill funktioniert das Gerät wirklich gut. Gerade auf Rundreisen finde ich es praktisch, keinen separaten Grill mitnehmen zu müssen, den man nach dem Grillen verschmutzt wieder einpackt. In diesem Punkt hat mich das Gerät überzeugt.
Zum Kochen ist die eingeschränkte Flammenregelung für mich aber ein deutlicher Minuspunkt. Ich müsste mir mal ansehen, welche Alternativen es inzwischen gibt – vielleicht hat sich auf dem Markt ja etwas getan.