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Jakobsweg Erfahrungsbericht 2025 – Camino Francés ehrlich erzählt

Jakobsweg Erfahrungsbericht 2025 – Camino Francés ehrlich erzählt

Einleitung: 28 Tage auf dem Camino Francés

Inhaltsverzeichnis Anzeigen

Wenn man im Internet oder in Büchern Erfahrungsberichte vom Jakobsweg liest, klingt es oft wie eine Mischung aus Postkartenidylle und spiritueller Erleuchtung: Sonnenaufgang in den Pyrenäen, tiefe Gespräche mit Pilgern aus aller Welt, das Gefühl, dem Himmel näher zu sein.

Ja – all das gibt es. Aber der Camino Francés hat auch eine andere Seite, die man in vielen Berichten kaum liest.

Mein Weg war geprägt von echten Höhen und Tiefen:

    • Schlechtes Wetter gleich zu Beginn, keine Sicht über die Pyrenäen.
    • Massentourismus statt einsamer Pilgerwege.
    • Bettenmangel und ständiges Suchen nach einer Unterkunft, weil ich ohne Handy und Vorausbuchung unterwegs war.
    • Begegnungen mit Menschen aus Neuseeland, Brasilien, Japan, Korea und den USA – oft inspirierend, manchmal auch anstrengend.

Ich schreibe diesen Bericht nicht, um den Camino schlechtzureden – sondern um ein ehrliches Bild vom Jakobsweg 2025 zu zeigen: die unvergesslichen Momente, aber auch die Frustrationen. Wer den Jakobsweg plant, soll wissen, dass es neben malerischen Landschaften auch langweilige Etappen, Abzocke und körperliche Strapazen gibt.

Das macht die Erfahrung nicht weniger wertvoll – im Gegenteil. Es macht sie echt.

Vorbereitung und Planung

12 Jahre warten – und dann endlich los

Zwölf Jahre lang trug ich die Idee mit mir herum: abschalten, nur laufen, nichts müssen. Essen, weiterlaufen, ein Bett suchen, schlafen – Repeat. Vor allem wollte ich den Kopf leerbekommen, mit mir selbst klarkommen und ein paar alte Themen sauber abschließen. Genau das war mein größter Antrieb für diesen Jakobsweg Erfahrungsbericht 2025: kein Hochglanz, sondern echt.

Früher ging’s nie: Mein Hund Layka ließ niemanden an sich ran (außer mich), und im Job war fünf Wochen am Stück frei illusorisch – Versprechen, die dann doch nicht gehalten wurden, Anrufe im „Urlaub“, gestrichener Überstundenabbau… Kurz: falsches Timing.

Dann änderte sich alles: Layka ist gestorben, ich ging in den vorzeitigen Ruhestand, meine kleine Firma ließ sich für den Zeitraum freischaufeln – perfekter Moment. Im Oktober 2024, im Urlaub an der Atlantikküste in Spanien, kreuzten wir den Camino ständig mit Auto und zu Fuß. Nach dem x-ten Mal dachte ich: 2025 gehe ich den Camino Francés – komplett, von Frankreich nach Spanien.

Ich wollte unvoreingenommen starten: keine 20 Bücher, keine 200 Blogposts. Also ließ ich mir von ChatGPT nur eine grobe Planung bauen: beste Reisezeit (Wie ist der Camino Francés im Mai?), Start in Saint-Jean-Pied-de-Port, zivile Etappen (Spoiler: in der Realität dank Andrang oft nicht machbar). Parallel suchte ich Flüge und erste Herbergen, schob die Optionen hin und her – günstig, schnell, praktikabel. Am Ende stand: Düsseldorf → Paris → Biarritz (Air France), weiter per Bahn nach SJPdP. Theoretisch. Praktisch kam’s anders (Bahnstreik, teures Taxi – mehr dazu unten).

Mein Ziel für diesen Pilgerbericht – ehrlich: Camino Francés Erfahrungen ohne Filter – Regen, Hitze, Bettenmangel, Highlights. Lohnt sich der Camino Francés 2025? Für mich: ja. Aber eben mit der vollen Wahrheit.

Ausrüstung: Was wirklich nötig war (und was nicht)

Zwischen Oktober und Ende April hatte ich viel Zeit – und kaufte entsprechend viel Unnützes. Ultralight-Zelt, Isomatte, neuer Schlafsack (der alte wog 3 kg), Wasserfilter, Kochkram… brauchte ich alles nicht. Auf dem Camino Francés bekommst du Wasser fast überall (kaufen, auffüllen lassen), Kochen ist selten nötig, und wer nicht zelten will, schleppt das Zelt nur spazieren.

Wirklich wichtig waren am Ende drei Dinge: Rucksack, Schuhe, Regenjacke. Der Rucksack ist dein Zuhause – sitzt der nicht, wird jeder Kilometer länger. Mein alter passte nicht (Hüftgurt zu hoch), also wurde es ein bequemer 50-Liter-Trekkingrucksack (Osprey Atmos 50; Test bei mir: techtaste.de/osprey-atmos-test-2025).

Meine realistische Packliste (Camino Francés Ausrüstungsliste):

Was ich NICHT brauchte:
Zelt, Isomatte, Kochgeschirr, Wasserfilter (nett, aber unnötig), drittes Objektiv, diverser Kleinkram „für alle Fälle“.

Lesson learned: Für den Camino Francés komplett gelaufen brauchst du weniger, als du denkst. Mit 2 Shirts / 2 Boxershorts / 2 Paar Socken kommst du locker durch (tägliches Waschen). Alles, was du „vielleicht“ brauchst, brauchst du meist gar nicht.

Pro-Tipp (Pilgern ohne Handy – geht das?): Ich wollte erst ohne Smartphone gehen. Realistisch: schwierig. Unterkunft finden, Selbst-Check-in, anrufen/WhatsApp, Navigation – ohne Handy 2025 kaum machbar. Romantische Idee, harte Realität.

Kamera & Technik im Rucksack

Ich bin mit Kamera unterwegs – das gehört zu mir. Nikon D5600 mit Sigma-Zoom, dazu der PGYTECH Beetle Kameraclip (beste investition ever, zu meiner Review zu dieser tollen efndung)an der Schulter – perfekt, um schnell zu fotografieren, ohne dauernd den Rucksack abzusetzen. Bei Regen wanderte die Kamera in den Rucksack (50 L reichen dafür locker).

Energie-Setup: Die Anker 737-Powerbank und ein 100 W-Ladegerät haben sich extrem bewährt. Warum so „schwer“?

    • Nicht überall findest du abends freie Steckdosen.
    • Ich musste zusätzlich Kamera-Akkus laden (2–3 Akkus pro Tag leer).
    • Mit 100 W bekommst du Powerbank + Handy beim Frühstück spürbar nachgeladen.

Hinweis: Airline-Limits für Powerbanks beachten – meine Kombi lag beim Hinflug an der oberen Grenze. Für Jakobsweg Frankreich nach Spanien ist das Setup trotzdem sinnvoll, wenn du viel fotografierst/filmst. Wer nur mit dem Smartphone knipst, kommt schlanker weg.

Anreise nach Saint-Jean-Pied-de-Port – Flug, Bahnstreik & teures Taxi

Start: 04.05.2025, 06:20 Uhr, Düsseldorf. Früher Aufbruch (03:30), Abschied, rein in den Flughafen. Self-Check-in, Gepäcklabel selbst gedruckt, Rucksack (13 kg ohne Kamera/Powerbank) abgegeben, Sicherheitskontrolle, kurzer Sonnenaufgangsmoment – und dann die erste Verspätung (ca. +30 min). Jakobsweg Anreise Flug und Bahn beginnt selten wie im Bilderbuch.

In Paris hieß es warten – und planen: Ticket für den Bus/Zug nach Biarritz buchen, weiter nach Saint-Jean-Pied-de-Port. Dann die Ernüchterung: am Samstag praktisch keine Verbindungen, und was fuhr, war schwer zu erwischen. Obendrauf: Bahnstreik (Frankreich, Samstag… es passiert öfter). Ergebnis: Bus/Zug fielen aus oder passten zeitlich nicht.

Plan B: Taxi ab Biarritz. In Apps zuerst Absagen, am Flughafen dann doch direkt am Stand eins bekommen. Der Fahrer war freundlich, fuhr korrekt auf Taxameter. Preis: ~158 € plus Trinkgeld → ~170 €. Schmerzhaft, aber es gab keine Alternative, wenn ich nicht in Biarritz stranden wollte.

Angekommen in SJPdP: Rucksack schnappen, zu Fuß durch die Altstadt (Autos tabu), Herberge suchen, einchecken. Essen am Sonntagabend? Schwierig. Es wurde am Ende Baguette (Automat) + Aufschnitt und zwei lokale Biere (zum Preis eines Whiskys 😉). Dann ab ins Bett – es begann zu regnen, ich war müde und wollte für Etappe 1 fit sein.

Fazit Anreise (kurz & nützlich):

    • Rechne auf dem Camino Francés mit Plan B/C – gerade bei Bahnstreiks.
    • Saint-Jean-Pied-de-Port Start am Wochenende? Unterkünfte & Gastro können knapp sein.
    • Taxi ist teuer, aber manchmal die einzige Option.
    • Frühflug + Umstieg sind kein Garant, dass „Bus/Zug schon irgendwie passen“.

Viele Jakobsweg Erfahrungsberichte reden Anreise und Ausrüstung klein – dabei entscheiden sie oft über deinen ersten Eindruck vom Weg. Mit realistischer Packliste, ehrlicher Erwartung (Wetter, Andrang, Logistik) und Backup-Plan startest du entspannter in deine 28 Tage unterwegs. Und genau darum geht’s hier: Jakobsweg, ehrlich erzählt – damit du etwas mitnimmst, das dir unterwegs wirklich hilft.

Start in Frankreich

Über die Pyrenäen – Regen, Wolken und kein Ausblick

Endlich Tag 1 – naja, eigentlich Tag 2, denn der erste Tag war nur Anreise. Um 05:30 Uhr klingelt der Wecker. Kurzer Moment der Vorfreude, dann der Blick aus dem Fenster: Wolkig, kalt – zuhause ist das Wetter besser. Frühstück im Hotel zum Mitnehmen, Rucksack schultern und um 06:30 Uhr mitten in Saint-Jean-Pied-de-Port los.

Ich hatte Respekt vor der ersten Etappe über die Pyrenäen. Völlig untrainiert und ohne festen Plan, wo ich abends landen würde, startete ich mit gemischten Gefühlen. Die ersten Kilometer ging es direkt bergauf – die Muskeln meldeten sich schnell. Ich überholte einige Pilger, wurde selbst überholt, und dann, gegen 09:00 Uhr, kam die Ernüchterung: Regen. Viel Regen.

Eigentlich wollte ich unterwegs noch entscheiden, ob ich den direkten Weg über die Pyrenäen nehme oder die Alternative. Den Abzweig habe ich aber verpasst – also ab ins Gebirge. Schön wäre es sicher gewesen, wenn man weiter als 50 Meter sehen könnte. Stattdessen: dichter Nebel, kalter Wind, Regen, Graupel, Hagel. Ich hätte eher einen Helm als eine Mütze gebraucht.

Erst um die Mittagszeit, auf der spanischen Seite, klarte es langsam auf – dafür wurde es schwül. Das Thermometer sagte „mild“, mein Körper „-5 Grad“. Bergab war anstrengender als bergauf, aber was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste: Schon nach ein paar Tagen mochte ich das Bergaufgehen lieber.

Die ersten Unterkünfte – voller als gedacht

Mein Tagesziel war Roncesvalles – mit der Hoffnung auf eine warme Dusche und ein Bett. Doch direkt die erste Unterkunft: „Completo“ (voll) – ein Schild, das mich auf dem Camino noch oft begleiten sollte.

Die Kommunikation war schwierig, denn hier sprach kaum jemand Englisch. In der zweiten Unterkunft wurde mir mit klar gemacht: Nur mit Reservierung. Also weiter – bis nach Auritz/Burguete. Ein Restaurant (geschlossen) bot immerhin Tische und Stühle für eine Pause, also das Hotel-Frühstücksrest gegessen, ein paar Schluck getrunken, weitergelaufen.

Der kleine Lebensmittelladen hatte Siesta. Kein Problem – ich laufe ja nicht, um satt zu werden. In einem Hotel schließlich die erlösende Antwort: „Sí“ – ein Bett! Keine Verpflegung, also nach einer heißen Dusche und einer kurzen Pause wieder raus, um etwas zu essen zu suchen. Google versprach ein Restaurant bis 18 Uhr – tatsächlich hatte es nur von 14–17 Uhr geöffnet. Also zurück in den Laden, Baguette und Käse gekauft, Abendessen improvisiert und dann ins Bett.

Casa Paderborn in Pamplona – Herzlichkeit pur

Tag 2 wurde eine echte Herausforderung. Geplant war eine Übernachtung auf halber Strecke von Auritz nach Pamplona– tatsächlich lief ich fast 45 Kilometer an einem Tag.

Um 12 Uhr an einem Abzweig, wo viele Pilger eine Unterkunft nahmen, fühlte ich mich noch zu fit zum Anhalten – Fehler! Danach folgten nur geschlossene Türen, dunkle Häuser und Unterkünfte ohne Schilder. In Zubiri sogar Ketten vor der Tür.

Also weiter Richtung Villava. Dort sollte es ein Kloster geben, aber ich fand keine Klingel, keinen Eingang – oder war zu spät dran. Also noch einmal weiter, Füße schmerzten, Schultern brannten. Kurzer Zusammenbruch auf einer Mauer, tief durchatmen, dann weiter.

Die Hotels in Villava waren voll oder nur mit Vorbuchung verfügbar. Die Freundlichkeit der Menschen unterwegs half durchzuhalten: Jeder dritte wünschte mir ein „Buen Camino“. Schließlich in Pamplona: Brücke über den Rio Arga, ein Wegweiser – „Casa Paderborn“.

Eine Kundin hatte mir von dieser Herberge erzählt. 400 Meter später stehe ich davor, frage, ob jemand Englisch spricht – Antwort: „Ja, auch Deutsch.“ Ich war noch nie so froh, im Ausland Deutsch zu hören. Es gab ein Bett!

Nach einer schnellen Dusche ging es ohne Rucksack noch in die Altstadt, etwas essen, ein Estrella-Bier aus dem Laden holen und zurück zur Herberge. Ein paar nette Worte mit dem Team, dann ins Bett. 19:30 Uhr – nach 13 Stunden unterwegs endlich am Ziel.

Woche 1: Pamplona bis Navarrete

Ohne Handy unterwegs – romantische Idee, harte Realität

Schon in der Casa Paderborn in Pamplona bekam ich den Hinweis: Ganz ohne Vorplanung und Unterkunftsbuchungwird es auf dem Camino Francés 2025 schwer. Ich wollte es trotzdem so handhaben – frei laufen, bis ich keine Lust mehr habe, und dann schauen, wo ich schlafe.

Die ersten Etappen waren traumhaft schön: leicht bergig, grüne Landschaften, oft noch Regen, aber genau diese Mischung machte die erste Woche zu einer meiner liebsten. Trotzdem gab es nervige Momente – vor allem wegen meiner Kamera. Ständig rein in den Rucksack, raus für ein Foto, wieder rein…

Ursprünglich wollte ich am Tag nach Pamplona nur 15 Kilometer laufen, weil danach ein längerer Anstieg kam. Aber wie so oft auf dem Jakobsweg kam es anders: Ich lief einfach weiter, genoss unterwegs eine Tortilla-Pause und einen Kaffee – und stand plötzlich oben auf dem Berg, den ich eigentlich nicht mehr erreichen wollte. Schließlich landete ich in Puente la Reina.

So ging es die ganze Woche: mal Glück mit Unterkünften, mal Pech. An Tag 5 traf ich mitten in den Bergen eine kleine, dünne Katze – eigentlich bin ich Hundemensch, aber dieser Moment zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. Es sind genau diese unerwarteten Begegnungen, die den Camino so besonders machen.

Bettenmangel und Vorausbuchungen – Jakotrans und der Massenandrang

Der Bettenmangel wurde in Woche 1 zum Dauerthema. An manchen Tagen reichte eine spontane WhatsApp-Nachricht und ich hatte ein Bett. An anderen Tagen musste ich bis in größere Städte wie Logroño oder Estella weiterlaufen und ein Hotel buchen.

In kleineren Dörfern hatte ich Glück mit privaten Albergues, oft von älteren Ehepaaren geführt. Eine dieser Unterkünfte teilte ich mit einem Pilger aus Brasilien – netter Kerl, ständig mit seiner Frau am Telefon, aber sehr herzlich.

Was mir auffiel: In großen Städten waren Hotels oft die einfachste Lösung, nicht nur wegen der Verfügbarkeit, sondern auch, weil ich dort meine Kamera sicher verstauen konnte. Mit 2,5 kg am Hals und Bauch war sie auf langen Etappen eine Belastung – am Rucksackclip dagegen kaum spürbar.1

Begegnungen mit Pilgern aus aller Welt

Weil ich unterwegs fast immer auf Spanisch grüßte, traf ich in der ersten Woche nur wenige deutsche Pilger – was mich nicht störte, denn mein Ziel war es, Zeit mit mir selbst zu verbringen.

Dafür lernte ich andere Nationalitäten kennen: Zwei italienische Paare, die ich über mehrere Tage immer wieder sah, später zwei Engländer, die ich noch dreimal traf. Am spannendsten war ein Pilger aus China – er hatte denselben Kameraclip wie ich. Wir liefen uns bis in die dritte Woche immer wieder über den Weg. Komischerweise sah ich in Santiago fast niemanden mehr wieder, obwohl ich vier Tage lang täglich auf dem Platz vor der Kathedrale war.

Wetterextreme – von Dauerregen bis 30 Grad im Schatten

Das Wetter bot in Woche 1 das komplette Programm: Start bei 15 Grad und wolkig, Hagel und Graupel auf der Pyrenäen-Etappe, später Dauerregen und Wind.

Ab Tag 5 klarte es häufiger auf – Mittagstemperaturen bis 33 Grad machten die Etappen deutlich anstrengender. Der Temperaturwechsel war extrem: morgens kühl und feucht, mittags schweißtreibend. Dieser abrupte Wechsel begleitete mich auch in den folgenden Wochen.

Blasen, Verletzungen und kleine Blessuren

Die ersten beiden Wochen war ich fast verletzungsfrei – keine Blasen, keine Abschürfungen. Etwas Muskelkater, den ich mit Magnesiumtabletten am Abend gut im Griff hatte.

Das änderte sich, als ich mir den Fuß umknickte und trotzdem weit lief – wegen des Bettenmangels musste ich längere Strecken einplanen. So lief ich mir meine erste Blase. Später folgten drei weitere, nur eine davon wirklich schmerzhaft.

Weil ich den Fuß in vier Tagen dreimal umknickte, ging es in eine Apotheke. Die Apothekerin war erst skeptisch, gab mir dann aber alles: Ibuprofen 800, Diclofenac-Spray und eine Bandage. Die Wirkung war enorm – ich lief fast schmerzfrei weiter, bis ich Tage später merkte, dass die Ibus doch etwas stärker waren, als ich dachte.

Woche 2: Navarrete bis Carrión

Landschaften, Ruhe und besondere Momente

Auch in der zweiten Woche blieb die Strecke abwechslungsreich – nur wurden die Berge allmählich zu sanften Hügeln. Bergauf machte mir inzwischen nichts mehr aus. Selbst mit zusätzlichem Gewicht – an drei Tagen hatte ich etwa 1,2 kg Bier im Rucksack – störte mich das nicht.

Die Landschaft war fotogen, oft geprägt von weiten Blicken über Felder und Weinberge. Auf dem Camino Francés läuft man bis kurz vor Ende meist zwischen 900 und 1.100 Höhenmetern. Dieses Licht und diese Höhenlage lassen Farben auf Fotos besonders intensiv wirken. Fast alle meine Instagram-Bilder aus dieser Woche sind unbearbeitet – nur drei habe ich abends aus Langeweile extrem bearbeitet, was man ihnen sofort ansieht.

Besondere Momente waren für mich oft die kleinen Dinge: ein streunender Hund, der mich ein Stück begleitete, bis zur Grenze seines Reviers; herzliche Einheimische, die mich ansprachen, ohne dass ich genau sagen könnte, warum es mich so berührte; Sonnenaufgänge, wenn ich morgens allein zwischen Feldern mit Bergkulisse unterwegs war.

Es gab aber auch Tage, an denen lange Etappen mich körperlich und emotional forderten. Manchmal sprach ich unterwegs mit Gott – obwohl ich nicht religiös bin. Das zeigt, wie sehr dieser Weg den Kopf freiräumt.

Lange, monotone Etappen

Die zweite Woche brachte auch längere, monotone Abschnitte, besonders in der Hochebene der Meseta – vor allem zwischen Burgos und León. Viele Pilger empfinden diesen Abschnitt als langweilig. Ich nicht. Die Weite, die Ruhe, die gleichmäßigen Schritte – für mich hatte das etwas Meditatives.

Einige Tage nahm ich bewusst Alternativrouten, die zwar etwas länger, dafür aber schöner waren. Dort gab es mehr Einkehrmöglichkeiten, abseits des Massenstroms, oft mit besserem Essen. In einer kleinen Bar saß ich mit zwei Polizisten allein, die Bedienung von hinten betrachtet wäre ein tolles Fotomotiv gewesen – aber ich habe es lieber genossen, statt die Kamera zu zücken.

Natürlich gab es auch Etappen, die fünf Stunden nur durch landwirtschaftlich genutzte Flächen führten. Abwechslung bot höchstens mal ein Traktor oder ein Wildschwein. Trotzdem: Für mich war das kein „öder Abschnitt“, sondern einfach ein stiller Teil des Weges – wie ein Mitarbeiter, der unauffällig, aber zuverlässig seine Arbeit macht.

Überfüllte Herbergen in kleinen Orten, Massentourismus und Abzocke

In Nájera traf mich der Massentourismus erstmals mit voller Wucht. Nur eine Herberge antwortete auf meine Anfrage. Ich war pünktlich zum Check-in um 13:55 Uhr da – und stand erst einmal in der Schlange. Die Abfertigung war unpersönlich: QR-Code scannen, Formular ausfüllen, Schuhe und Stöcke abstellen, Bettnummer bekommen, fertig.

Preis: 18 € pro Nacht, ohne Essen. Die Herberge lag zentral, einige Geschäfte hatten trotz Sonntag geöffnet. Die Restaurants waren mir zu voll, also gab es wieder Baguette, Hartkäse und zwei Dosen regionales Bier – eine kleine Tradition, die ich auf dem Weg pflegte.

Das Haus war ein großes, umgebautes Gebäude mit Massenunterkunft-Charakter: zwölf Betten im Durchgangszimmer, keinerlei persönlicher Touch, keine Tipps oder Smalltalk. Ballermann-Feeling auf dem Jakobsweg. Leider gibt es nicht nur viele Unterkünfte, die den Pilgerweg als reines Geschäft sehen, sondern auch manche Pilger, die ohne Rücksicht unterwegs sind.

Spirituelle Reise oder nur Wandern?

Ich bin den Camino Francés nicht aus religiösen Gründen gegangen, habe aber Respekt vor denen, die es tun. Besonders beeindruckt hat mich ein 75-jähriger Spanier mit Wanderstock und kleinem Rucksack, der selbst in bergigen Abschnitten tapfer weiterlief.

Doch der Jakobsweg ist längst nicht mehr nur ein Pilgerweg. Dienste wie Jakotrans, die Gepäck transportieren, führen dazu, dass manche den Weg eher als Wanderausflug sehen. Ich habe mehrmals Pilger mit riesigen Rollkoffern gesehen – tagsüber nur mit Wasserflasche unterwegs, abends dann der Koffer im Hotel.

Mein Antrieb war klar: eine spirituelle und geistige Reise für meinen Kopf. Ohne Handy, ohne Arbeit, ohne Verpflichtungen. Ich habe über Fehler nachgedacht, Entscheidungen hinterfragt, einfach Zeit mit meinen eigenen Gedanken verbracht.

Der beste Tipp kam von einem Pfarrer an meinem alten Arbeitsplatz: „Geh allein, auch ohne Hund.“ Das war Gold wert. Allein unterwegs habe ich intensiver wahrgenommen – Menschen, Orte, Gedanken. Leider gibt es immer wieder Pilger, die rücksichtslos unterwegs sind, andere anrempeln oder drängeln. Aber wo viele Menschen sind, gibt es eben auch solche Momente.
Danke an die Pfarrer Paus, für diesen Tipp!!!!!!

Woche 3: Carrión bis Villafranca

Die Meseta – mentale Herausforderung auf flachen Etappen

Viele Pilger empfinden die Meseta als größte mentale Prüfung auf dem Camino Francés. Körperlich ist dieser Abschnitt leicht – fast alles flach, kaum Höhenmeter –, aber für den Kopf kann die Monotonie anstrengend sein.

Eine Ausnahme bilden zwei Etappen, auf denen man rund 18 Kilometer lang kein Wasser kaufen kann. Zwar gibt es manchmal Foodtrucks am Weg, doch auf die sollte man sich nicht verlassen: Sie stehen nicht immer an derselben Stelle und sind nicht garantiert. Ich hatte Glück – angenehme 25 Grad, keine drückende Hitze – und kam mit 2 Litern Wasser gut durch.

Für mich war die Meseta weder langweilig noch zermürbend. Ich habe sie fast „nebenbei“ gelaufen. Klar erinnere ich mich an Pausen und Mahlzeiten und daran, dass mir am Ende des zweiten Tages die Füße weh taten – aber negative Gefühle? Fehlanzeige.

Einsamkeit vs. Gemeinschaft

Ich bin den Jakobsweg allein gegangen – und das ganz bewusst. Meist lief ich stundenlang für mich, bestenfalls mal fünf Minuten mit anderen. Manche Pilger telefonieren gefühlt den ganzen Tag, andere laufen in Gruppen, oft schon gemeinsam gestartet. Für mich unvorstellbar – ich wollte meine eigene Zeit, meine eigenen Gedanken.

Natürlich gab es kurze Begegnungen: ein kurzer Erfahrungsaustausch, ein „Buen Camino“, vielleicht ein gemeinsamer Kaffee – und dann wieder allein weiter. In einem Buch hatte ich gelesen, dass sich unterwegs oft ungeplant Pilgergemeinschaften bilden, die dann den Rest des Weges zusammen laufen. Bei mir blieb es beim Solomarsch – und genau das wollte ich.

 

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Michael Ende (@michael121281)

Neue Motivation durch Etappenziele

Meine Motivation kam oft aus kleinen Dingen – manchmal aber auch von anderen Menschen. Der Tiefpunkt dieser Woche kam auf dem Weg nach Fuente Sidres: Schmerzen, Hunger, kein Bett in Sicht, und schon eine 32-Kilometer-Etappe aus Burgos in den Beinen.

In der Fuente Sidres Albergue fragte ich die Betreiber schon, wie ich den Jakobsweg abbrechen könnte – vielleicht zum Camino Primitivo wechseln oder direkt zum Flughafen. Statt mich ziehen zu lassen, munterten sie mich auf und organisierten sogar ein Bett für den nächsten Tag, 15 Kilometer weiter. Diese Herzlichkeit gab mir den Schub, den ich brauchte.

Am nächsten Morgen war die Motivation zurück – nicht nur, weil ich wusste, wo ich schlafe, sondern auch, weil ich eine kurze Etappe vor mir hatte. So ist es oft auf dem Jakobsweg: Tiefs sind normal, aber nach etwas Schlaf, Zuspruch und Unterstützung geht es weiter.

Die Fuente Sidres Albergue kann ich jedem empfehlen: tolle Gastgeber, ruhige Lage, eine Katze, die das Haus „bewacht“, und eine Aussichtsplattform für Sonnenauf- und -untergänge. Wer hier übernachtet, nimmt garantiert schöne Erinnerungen mit.

Woche 4: Villafranca bis Santiago

Der Endspurt – körperliche Erschöpfung und Vorfreude

Villafranca del Bierzo war noch einmal ein Highlight: eine ruhige Stadt, eine nicht überfüllte Unterkunft in einem historischen Gebäude mit Innenhof und ungewöhnlicher Architektur. Die Etappen dieser letzten Woche waren landschaftlich abwechslungsreich, wieder etwas hügeliger und visuell spannend.

Die Tiefpunkte wurden häufiger – Müdigkeit, Schmerzen, kleine Blessuren –, aber gleichzeitig wuchs der Optimismus. Die Zahlen auf den Kilometersteinen schrumpften spürbar: erst 200 km, dann 100 km… Dieser Anblick löst gemischte Gefühle aus: Freude, es bald geschafft zu haben, und Wehmut, weil das einfache Leben unterwegs bald endet.

So im Reinen mit mir selbst wie in dieser Zeit war ich schon lange nicht mehr. Die Vorfreude auf Santiago war nicht wegen der Stadt selbst groß – das wahre Ziel war der Weg, und der würde bald vorbei sein.

Spirituelle Momente und innere Ruhe

In den 28 Tagen auf dem Camino Francés hatte ich viele persönliche, fast spirituelle Momente – selbst ohne religiösen Hintergrund. Themen, die mich jahrelang beschäftigt hatten, konnte ich abschließen. Besonders meinen alten Beruf und die damit verbundenen Probleme, Vorwürfe und Sorgen ließ ich endgültig hinter mir.

Oft kam diese Ruhe in einfachen Momenten: Abends am Bach sitzen, halbwarmes Bier trinken, kein Handy, keine Arbeit, kein „Ich muss“. Nur das Rauschen des Wassers und die Gewissheit, dass ich im Moment genau da bin, wo ich sein will. Trotz aller Probleme unterwegs – vor allem der ständigen Bettenknappheit – war dieser innere Frieden die größte Belohnung.

Santiago de Compostela – Ankunft und gemischte Gefühle

2024 war ich schon einmal als Tourist in Santiago de Compostela – jetzt kam ich als Pilger. Die letzten Etappen hatte ich mir bewusst leicht gemacht: täglich etwa 15 km, entspanntes Gehen. Morgens um 6 Uhr los, gegen Mittag ein Snack in einer Bar, und irgendwann der Moment am Flughafen von Santiago: Jetzt ist es nicht mehr weit.

Trotzdem ziehen sich die letzten Kilometer. Das Ortsschild bedeutet nicht das Ende – noch rund eine Stunde durch immer vollere Straßen. Manche Gruppen grölen, blockieren Wege oder ignorieren Ampeln.

In der Altstadt zündete ich in einer kleinen Kirche eine elektrische Opferkerze an. Dann durch den Torbogen – und plötzlich stand ich auf dem Plaza del Obradoiro vor der Kathedrale. Geschafft.

Galicien Whisky vor der Kathedrale

Zuerst setzte ich mich einfach hin, genoss zehn Minuten Ruhe, machte ein Foto vom Platz. Auf dem Weg zur Herberge kam ich am Pilgerbüro vorbei, wollte nur schauen, wie es funktioniert. Doch der Mitarbeiter erkannte meinen vorab registrierten Pilgerpass und schickte mich direkt zu den Schaltern. Fünf Minuten später hielt ich meine beiden Urkunden in der Hand.

Nach dem Duschen zog es mich zurück in die Gassen. In einem kleinen Laden fand ich einen lokalen Whisky – drei Jahre alt, jung, aber aromatisch. Mit einem Touri-Schnapsglas und der Flasche ging ich zurück zum Platz vor der Kathedrale.

Es war Zeit, anzukommen: Hinsetzen, Glas füllen, Moment genießen. Natürlich wurde ich gestört – „Kannst du ein Foto von uns machen?“ –, aber den Augenblick nahm mir das nicht.

Später besuchte ich täglich die Kirche San Fructuoso, zündete Kerzen für meinen verstorbenen Hund und meine Familie an. In die Kathedrale selbst ging ich nicht – zu voll. Lieber saß ich zwei Mal am Tag auf dem Platz, dachte nach, freute mich, trauerte, und war dankbar, diesen Weg gegangen zu sein.

Fazit: Mein Jakobsweg – mehr als nur ein Weg

Der Camino Francés war für mich kein Urlaub, kein sportlicher Wettbewerb und auch keine rein religiöse Pilgerreise. Er war 28 Tage Leben im einfachsten Rhythmus: Aufstehen, gehen, essen, schlafen. Er war Regen, Hitze, Blasen, Bettenmangel – aber auch Sonnenaufgänge, herzliche Begegnungen, und Momente, in denen ich so sehr mit mir selbst im Reinen war wie schon lange nicht mehr.

Ich habe unterwegs alte Gedanken losgelassen, Wut und Vorwürfe zurückgelassen und gemerkt, dass Stille und Einsamkeit manchmal die besten Lehrer sind. Die letzten Kilometer nach Santiago waren kein Triumphzug, sondern ein leiser Abschluss eines Weges, der mich verändert hat.

Das Ziel war nie nur die Kathedrale – das Ziel war, unterwegs zu sein. Schritt für Schritt. Ganz bei mir. Und als ich dort saß, vor der Kathedrale, mit einem Glas Whisky aus der Region Galicien in der Hand, wusste ich: Diesen Weg werde ich im Herzen noch lange weitergehen.

Tipps für zukünftige Pilger

Der Camino Francés ist kein Spaziergang, auch wenn er technisch gut machbar ist. Wer ihn gehen will, sollte nicht nur eine gute Portion Motivation mitbringen, sondern auch ein paar Dinge wissen, die einem unterwegs das Leben leichter machen – oder wenigstens ein paar unnötige Nerven sparen. Hier sind meine Tipps, gemischt aus meinen eigenen Erfahrungen und dem, was ich von anderen Pilgern unterwegs gelernt habe.

Planung & Vorbereitung

Überlege dir vorher, warum du den Jakobsweg gehst. Dieser Grund ist das, was dich durchzieht, wenn es mal regnet, du kein Bett findest oder die Füße einfach nur schmerzen. Für mich war es klar: Kopf frei bekommen, Dinge abschließen, mit mir selbst ins Reine kommen.

Der Startmonat macht einen Unterschied. Ich bin Anfang Mai los – perfektes Timing, weil es nicht zu heiß war, aber die Regenwahrscheinlichkeit noch hoch. Wer im Hochsommer läuft, sollte die Hitze mögen oder sehr früh starten.

Plane grob, aber nicht jeden Tag. Ich habe bewusst nicht alles durchgeplant und bin gut damit gefahren – auch wenn es manchmal bedeutete, länger zu laufen, weil spontan nichts frei war.
Ich muss dazu sagen ich laufe 05/2026 den Camino Norte, werde wieder nichts planen außer Flug und erste nacht.

Falls du über Saint-Jean-Pied-de-Port startest: In Frankreich wird gern mal gestreikt. Rechne einen Plan B für An- und Weiterreise ein.

Ausrüstung – weniger ist mehr

Ich hatte anfangs viel zu viel dabei – Zelt, Isomatte, Kochgeschirr, Wasserfilter. Am Ende hätte ich alles getrost zu Hause lassen können. Wenn du nicht zelten willst, brauchst du auch kein Zelt.

Die absoluten Basics:

    • Bequemer, gut sitzender Rucksack (50 L reicht locker)
    • Gute, eingelaufene Wanderschuhe oder Trailrunner
    • Regenjacke (Pflicht in den Pyrenäen)
    • 2–3 Shirts aus Merinowolle, 2–3 Unterhosen, 2–3 Paar Socken
    • Powerbank mit viel Kapazität, wenn du Kamera/Handy oft nutzt
    • Magnesiumtabletten gegen Muskelkrämpfe

Merino ist Gold wert: trocknet schnell, riecht kaum, trägt sich angenehm.

Unterwegs – Realität statt Instagram

Ohne Handy ist der Camino heute kaum machbar – Buchungen, Selbst-Check-in und Infos laufen fast nur digital. Ich wollte eigentlich ohne laufen, aber habe schnell gemerkt: Romantisch ja, praktisch nein.

Früh starten lohnt sich doppelt: Du umgehst die Mittagshitze und hast bessere Chancen auf ein Bett. Besonders in kleinen Orten sind die Plätze schnell weg.

Es gibt Etappen mit wenig Infrastruktur – da musst du Wasser und Snacks einpacken. Zwei Liter Wasser reichen mir, ich trinke wenig, aber jeder ist anders.

Und akzeptiere: Nicht jeder Tag ist Postkartenidylle. Es gibt Regen, Hitze, monotone Abschnitte und volle Unterkünfte. Genau das macht den Weg aber auch echt.

Gesundheit & Sicherheit

Fußpflege ist Pflicht: Schuhe aus, Füße lüften, Blasen früh versorgen. Meine ersten zwei Wochen waren blasenfrei – bis ich mir den Fuß dreimal in vier Tagen umknickte und schief lief.

Schmerzmittel gibt’s in Spanien stärker als bei uns – und auch ohne Rezept. Aber Vorsicht: Ich habe versehentlich mehrere Tage lang Ibuprofen 800 genommen, weil ich dachte, es wären 400er.

Sonnencreme nicht vergessen – auch an bewölkten Tagen in der Meseta. Und: Straßenverkehr nicht unterschätzen, in manchen Orten läuft man direkt an der Straße.

Soziale & persönliche Aspekte

Lauf so, wie es dir passt. Ich bin allein gegangen, habe nur ab und zu mit anderen gesprochen – für mich perfekt. Manche brauchen Gesellschaft, andere nicht.

Respektiere, dass viele aus religiösen Gründen unterwegs sind. Ein „Buen Camino“ kostet nichts und bringt oft ein Lächeln.

Lass dich vom Massentourismus nicht entmutigen – dein Weg ist dein Weg. Such dir bewusst Momente der Ruhe ohne Kamera oder Handy, auch wenn die Versuchung groß ist, alles festzuhalten.

Besondere Orte, die mir in Erinnerung geblieben sind

Und ganz wichtig: Probier das lokale Bier. Manchmal ist es eine Überraschung, manchmal ein Abenteuer – aber immer ein Stück Camino im Glas.

Und dann sind da noch die kleinen Momente, die sich nicht an einen festen Ort oder eine bestimmte Zeit binden lassen – der Hund, der mich ein Stück begleitete, die Katze in den Weinbergen, der ältere Mann auf der Brücke, der mir Platz machte mit den Worten: „Du hast den weiteren Weg, ich bin fast da – bleib auf deinem Weg.“ Sonnenaufgänge, Tiere, die schwanzwedelnd entgegenkommen, Menschen, die helfen oder einfach nur freundlich grüßen – all diese Augenblicke machen den Camino zu etwas, das weit über Landschaften und Orte hinausgeht.

Danke fürs Lesen – und wenn euch mein Bericht gefallen hat oder ihr eigene Erfahrungen teilen möchtet, lasst gerne einen Kommentar da.

Hast du den Jakobsweg auch schon gemacht oder planst ihn? Schreib mir unten deinen schönsten oder schlimmsten Moment – ich bin gespannt!

 

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Michael

Ich bin Michael Ende, unabhängiger Produkttester und Betreiber von TechTaste.de. Meine Erfahrungen stammen aus echter Praxis – beim Arbeiten, Campen, Schrauben, Reisen und im Alltag. Ich teste Produkte nicht im Labor unter Idealbedingungen, sondern dort, wo sie wirklich funktionieren müssen. Ich bin Mitglied im BDFJ – Bundesverband Digitalpublisher und Journalisten e.V. und verpflichte mich damit zu transparenten, ehrlichen und nachvollziehbaren Teststandards ohne Herstellerbeeinflussung. Die meisten Produkte werden von mir selbst gekauft, nicht gesponsert. Affiliate-Links ändern nichts am Ergebnis – gut bleibt gut, schlecht bleibt schlecht. Mit präzisen Messungen, technischer Expertise und vielen Jahren Handwerkserfahrung entstehen so Testberichte, die echten Mehrwert liefern – nicht Marketing.

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